Neues Leben für den Berberaffen „Chipper“ im GaiaZOO

Datum: 1 März 2018

Im GaiaZOO traf kürzlich ein ganz besonderer Berberaffe mit einer ebenfalls besonderen Geschichte ein. Der illegale Handel mit Wildtieren ist weltweit immer noch ein großes Problem. Viele Tiere werden illegal aus ihrer natürlichen Umgebung entfernt, um dann als Haustier verkauft zu werden. So begann wahrscheinlich auch das Leben des Berberaffens Chipper. Er wurde als Haustier in Namur, Belgien, aufgefunden.

Chipper

 

 

 

 

 

 

Vermutlich ist Chipper 1 bis 2 Jahre alt und im illegalen Handel nach Europa gelangt. Im Oktober 2017 wurde der junge Affe im Natuurhulpcentrum Opglabbeek (Belgien) untergebracht. Da Berberaffen sehr soziale Tiere sind und eine Aussetzung in der Wildnis nicht in Betracht kommt, suchte man direkt nach einer neuen Unterkunft für Chipper. Die Nachricht über die Suche nach einer Lösung führte zum EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) für Berberaffen in europäischen Zoos. Der zoologische Manager des GaiaZOO, Tjerk ter Meulen, betreut das EEP für die Berberaffen in Europa. Das EEP arbeitet mit Unterbringungszentren für Affen zusammen. So wurde dann auch direkt geprüft, ob es möglich ist, Chipper in die Gruppe der Berberaffen einzugliedern, die derzeit im GaiaZOO leben, um ihm ein möglichst natürliches und angenehmes Leben zu ermöglichen. Inzwischen ist der junge Berberaffe im limburgischen Zoo eingetroffen und man hat begonnen, ihn der Gruppe anzunähern.

Jung gewohnt, alt getan
Berberaffen leben von Natur aus in festen sozialen Gruppen. Der Kontakt zu Artgenossen ist somit für Berberaffen sehr wichtig. Sie lernen von klein auf, wie man sich in einer Gruppe verhält. Affen, die in ihrer frühen Jugend von der Gruppe getrennt wurden, lernen dieses wichtige Sozialverhalten nicht. Wenn sie längere Zeit von ihren Artgenossen getrennt sind und ihre Zeit isoliert mit Menschen verbringen, wird es auch zunehmend schwieriger, sie wieder in eine Gruppe von Berberaffen einzugliedern. Für viele junge Berberaffen wie Chipper ist es dann auch unmöglich, in die Wildnis zurückzukehren. Sie haben sich an Menschen gewöhnt und wissen nicht, wie man mit Artgenossen kommuniziert. Da Chipper jetzt noch sehr jung ist, besteht eine gute Aussicht, dass er in dieser Berberaffengruppe doch akzeptiert wird und das Sozialverhalten der Affen noch lernen kann.

Kennenlernen
Um Chipper noch ein möglichst natürliches Leben mit Artgenossen zu bieten, wird er in eine Gruppe von 14 Berberaffen eingegliedert, die seit kurzem im GaiaZOO leben. Dabei wird in kleinen Schritten unter Aufsicht der erfahrenen Pfleger vorgegangen. Erst darf Chipper den Innenbereich in Ruhe erkunden und dann durch das Drahtgeflecht/den Zaun die einzelnen Gruppenmitglieder beobachten. Auf diese Weise kann sich Chipper langsam an die anderen Berberaffen gewöhnen. Letztlich werden die Affen, die freundschaftliches Interesse an ihm zeigen, Chipper einzeln vorgestellt. So können sie sich in Ruhe aneinander gewöhnen.

Hilfe für den Berberaffen
Berberaffen lebten ursprünglich weit verbreitet in Nordafrika. Unter anderem durch den Verlust ihres Lebensraums, illegalen Handel und Krankheiten wie Tollwut leben sie nun noch in den isolierten Wäldern Algeriens und im Nordosten Marokkos. Die Stiftung Stichting BMAC (Barbary Macaque Awareness and Conservation) versucht, die letzten Populationen der Berberaffen zu beschützen und zu erhalten. Sie erforschen die einzelnen Berberaffengruppen und arbeiten dabei mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Durch diese Zusammenarbeit versuchen sie, illegalem Handel entgegenzuwirken und zu verhindern, dass junge Berberaffen von Wilderern gefangen und verkauft werden. Außerdem kommt es auch häufig vor, dass junge Berberaffen zur Unterhaltung von Touristen in großen Städten in Marokko eingesetzt werden. Die jungen Berberaffen werden in kleinen Käfigen gehalten und müssen sich zusammen mit Touristen fotografieren lassen. Touristen sehen oft das Leid und den Ernst hinter den Fotos nicht. GaiaZOO hat in den vergangenen Monaten Geld gesammelt, um die gute Arbeit, die BMAC leistet, zu unterstützen und wird sich dafür in nächster Zeit weiterhin einsetzen.

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