Gute Reise! Moschusochsen verlassen den GaiaZOO

Datum: 24 Februar 2021

Vor 17 Jahren sind zwei kleine Moschusochsen im Zoo eingezogen. Wieso vor 17 Jahren? Damals war der GaiaPark noch gar nicht eröffnet! Das stimmt. Deshalb kamen die Moschusochsen zunächst nach Apenheul, wo sie in einem speziell angelegten Bereich im Gehege der Berberaffen untergebracht wurden. Nach einem Jahr bei den Berberaffen bezogen die Moschusochsen ihr neues Zuhause in Kerkrade. Ein dritter Moschusochse ergänzte die Wohngemeinschaft. Am 16. März 2005 – einen Monat vor der Eröffnung des Parks – durften die Moschusochsen zum ersten Mal ihr großes Außengehege erkunden. Sehr zur Freude von zahlreichen Grundschülern, die das Spektakel beobachteten. Das ist übrigens das Gehege, in dem seit vielen Jahren die Waldrentiere leben.

GaiaZOO -- Muskusos (2)

Überlebende der Eiszeit

Während der letzten Eiszeit lebten Moschusochsen auch in den Niederlanden. Damals grasten sie neben Wollmammuts auf den kalten, trockenen Grassteppen. Dank ihres langen, wolligen Unterfells und robusten Körperbaus konnte ihnen die eisige Kälte nichts anhaben. Als sich die Erde nach den Eiszeiten erwärmte, zogen die Moschusochsen gemeinsam mit den Gletschern immer weiter in den Norden. Heute leben Moschusochsen nur noch im Norden Skandinaviens und in Kanada.

Gute und schlechte Zeiten

Willem: „Manche Tage bleiben einem für immer in Erinnerung. Der 18. Mai 2007 war so ein Tag. Damals wurde der erste Moschusochse geboren!“ Mit ihren kräftigen Beinen und dem kurzen, wolligen Fell erinnern die Jungtiere an einen Bouvier des Flandres (Flandrischer Treibhund). „Dieses erste Jungtier wuchs gesund auf und verließ uns mit zwei Jahren. Es übersiedelte in einen Zoo in Litauen“, erzählt Willem. Mehrere Geburten folgten. „In der Spitzenzeit grasten bis zu neun Moschusochsen auf der Weide. Das war wirklich schön zu sehen!“ Leider gedieh pro Jahr aber nur ein Jungtier so gut wie das erste Jungtier ... Viele Jungtiere wurden nach kurzer oder langer Zeit krank und starben aus unbekannten Gründen. Es gab auch einige Totgeburten. Willem: „Das ist schwer zu verdauen, denn als Tierpfleger liegt einem viel am Wohlergehen der Tiere. Ganz besonders, wenn es sich um die Lieblingstiere handelt.“

Abschied

Durch den Klimawandel wird es jetzt wieder wärmer. Das vertragen Moschusochsen nicht so gut. Im vergangenen Jahr sind zwei der drei erwachsenen Moschusochsen im GaiaZOO nach langer Krankheit und trotz intensiver medizinischer Betreuung gestorben. Rob Huppertz, Direktor GaiaZOO: „Aus Tierschutzgründen ist es für uns nicht mehr vertretbar, diesen Eiszeitbewohner in unseren Breiten zu halten.“  

Nach reiflicher Überlegung haben wir deshalb beschlossen, uns von dieser prominenten Tierart des GaiaZOO zu verabschieden. Die letzten beiden Moschusochsen sind ein Weibchen (2010 im GaiaZOO geboren) und ihre wenige Monate alte Tochter. Da sie noch ein ganzes Leben vor sich haben, ziehen sie gemeinsam in den fantastischen Wildpark Chomutov, in dem bereits seit Jahren Moschusochsen leben. Dort werden sie mit einem mächtigen männlichen Moschusochsen zusammengebracht. Willem: „Ich hoffe, dass die beiden Damen dort in Zukunft für noch mehr Nachwuchs sorgen können!“

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