Gorilla plötzlich gestorben

Datum: 17 März 2022

Am Sonntag, dem 13. März 2022, musste die Gorillagruppe des GaiaZOO unverhofft Abschied von einer Artgenossin nehmen. Eine Woche zuvor konnte eine der weiblichen Gorillas plötzlich ihre Hinterbeine nicht mehr benutzen. Die medizinische Untersuchung ergab, dass eine Operation nicht in Frage kam. Daher musste der Tierarzt die schwerwiegende Entscheidung treffen, die Gorilladame einzuschläfern. Sie war beinahe 22 Jahre alt.

gorillavrouw overleden

Im GaiaZOO lebte sie seit 2006. Hier konnte sie sich von anderen Gorillas abgucken, wie Gorillas für ihre Jungtiere sorgen. Sie hat mit Erfolg zwei Gorillakinder großgezogen. Beide Tiere leben noch in der Gruppe des GaiaZOOs.

Schon Anfang dieses Jahres war diese Gorilladame eine Zeitlang nicht bei guter Gesundheit. Die ihr verabreichte Antibiotikumkur schien ihr gut getan zu haben. Anfang März jedoch ließ ihr Appetit nach. Ein paar Tage später war sie schlecht zurecht und konnte sie nur unter Problemen laufen. Der Tierarzt hat das Tier daraufhin direkt unter Betäubung gründlich untersucht. Die Ultraschall- und Röntgenbilder zeigten einen großen Abszess an der Wirbelsäule, der zu neurologischen Lähmungserscheinungen führte. Es gab auch Hinweise auf eine Knochenentzündung in einem Wirbel und eine Entzündung in einer Bandscheibe.

Theoretisch kann ein solches Leiden durch eine Operation behoben werden, jedoch ist der anschließende Genesungsprozess so langwierig, dass es nicht zu verantworten ist, ein sozial lebendes Tier wie einen Gorilla dieser Behandlung auszusetzen. Als letzter Ausweg wurde eine weitreichende medikamentöse Behandlung eingeleitet. Allerdings stellte sich heraus, dass die Gorilladame nicht fit genug war, alle Medikamente gut aufzunehmen. Drei Tage später wurde in Absprache mit dem Tierarzt und dem Gorillazuchtprogramm des EEP beschlossen, sie aus ihrem Elend zu erlösen.

Inzwischen wurde die Gorilladame von der Pathologie für besondere Tiere an der Universität Utrecht untersucht, wobei diese Ergebnisse die früheren Befunde bestätigten. Das bedeutet, dass für die Gorilladame jede Chance auf Heilung ausgeschlossen war und die neurologische Lähmung von Dauer gewesen wäre.

Höhen und Tiefen
Dieses traurige Ereignis, in Kombination mit der bisher erfolgreich verlaufenen Eingewöhnung des Silberrücken-Gorillas, zeigt einmal mehr, wie sich positive und negative Dinge bei der Arbeit mit lebenden Tieren abwechseln. In dem einen Moment freut man sich darüber, wie gut die neuen Tiere miteinander zurechtkommen, und im nächsten Moment muss man sich von einem Tier verabschieden, um das man sich jahrelang gekümmert hat.

Eile mit Weile
Aufgrund der Krankheit des weiblichen Gorillas wurde die Eingewöhnung des Silberrückens für eine Weile aufgeschoben. Der neue Mann hat inzwischen mit allen Gorillas Bekanntschaft gemacht, allerdings war die Gruppe noch nicht als Ganzes zusammen gewesen. Wenn es keine neuen Eingewöhnungen gibt, sind die Gorillas für Besucher im Innengehege oder draußen auf der Insel zu sehen. Während einer Eingewöhnungsphase sind die Gorillas eine Zeitlang nicht sichtbar. Sobald alle Gorillas in einer stabilen Situation zusammen sein können, werden sie wieder jeden Tag zu bewundern sein.

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