Schrumpfende Regenwälder
Der Zweifarbentamarin ist eine der am meisten gefährdeten Affenarten Südamerikas. Aufgrund der Ausdehnung der Stadt Manaus und der wachsenden Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen wird der Lebensraum des Zweifarbentamarins immer mehr zerstückelt. Illegaler Tierhandel, Stromleitungen sowie Hunde und Katzen stellen ebenfalls eine Bedrohung dar. Naturorganisationen bieten den Einwohnern von Manaus Aufklärungsarbeit an und versuchen, den verbleibenden Lebensraum zu schützen. Zoos helfen durch das EEP-Managementprogramm.
Ob eine Art gefährdet ist und wie stark, wird von der globalen Naturschutzorganisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) bestimmt. In der so genannten „Roten Liste“ wird angegeben, ob Pflanzen- und Tierarten bedroht sind oder nicht. Der Zweifarbentamarin hat den Status ‚stark gefährdet‘. Das bedeutet, dass sein Bestand in freier Wildbahn erheblich zurückgegangen ist und die Art mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb von 30 Jahren in freier Wildbahn aussterben wird, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.
Habitat
Zweifarbentamarine sind im tropischen Regenwald und entlang der Sümpfe in einem kleinen Waldgebiet im Herzen des Amazonas zu finden.
GaiaZOO & der Zweifarbentamarin
Das EAZA Ex-situ-Programm (EEP) ist ein europäisches Managementprogramm für (gefährdete) Tierarten. Im Rahmen der EEPs tauschen die EAZA-Zoos ihre Tiere aktiv untereinander aus. So können wir eine genetisch gesunde Population erhalten. Außerdem arbeiten wir in den Bereichen Bildung, Forschung und Erhaltung zusammen.
Die Gruppe der Zweifarbentamarine im GaiaZOO ist ebenfalls Teil des EEP. Wir leisten derzeit einen aktiven Beitrag zur Zusammenarbeit in den Bereichen Erhaltung und Bildung.
Besonderes Aussehen
Zweifarbentamarine sind mit den Krallenaffen verwandt. Ihre scharfen Nägel sorgen für zusätzlichen Halt, wenn sie durch das Laub springen. Der Kopf des Zweifarbentamarins ist unbehaart und schwarz, im Gegensatz zu dem weißen Fell am Oberkörper. Der Unterkörper und der Schwanz sind dunkel- bis hellbraun. Der lange Schwanz hilft ihnen, das Gleichgewicht zu halten.
Soziale Gruppe
Zweifarbentamarine sind sehr sozial und leben in Gruppen von durchschnittlich 12 Tieren. Die Gruppenstruktur ist unterschiedlich und kann sowohl aus verwandten als auch aus nicht verwandten Tieren bestehen. Innerhalb der Gruppe gibt es in der Regel ein dominantes Weibchen. Sie ist die Einzige, die Junge bekommt. In den ersten Wochen sind die jungen Tamarine hilflos und müssen getragen werden. Etwa 80 % der Geburten sind Zwillinge. Dies ist für das Weibchen sehr anstrengend. Deshalb helfen andere Gruppenmitglieder beim Tragen und Versorgen der Jungtiere.
Gute Kommunikation
Um im Regenwald in Kontakt zu bleiben, ist Kommunikation sehr wichtig. Zweifarbentamarine geben verschiedene Arten von hohen, vogelähnlichen Gesängen von sich. Anhand dieser verschiedenen Rufe kann die Gruppe erkennen, was vor sich geht, z. B. ob sich ein Raubtier nähert oder ob ein Individuum die Gruppe verloren hat. Sie kommunizieren auch durch Gerüche, Gesichtsausdrücke und indem sie ihre Zunge schnell in den Mund hinein- und herausbewegen.