Weniger Lebensraum, mehr Forschung
Der Asiatische Wildhund ist aus 75 % seines ursprünglichen Lebensraums verschwunden. Durch die Zersplitterung der Wälder werden wilde Beutetiere wie Hirsche und Wildschweine immer seltener. Forschende erfassen daher unter anderem mithilfe von Kamerafallen und DNA-Analysen, wo Asiatische Wildhunde vorkommen, welche Beutetiere sie fressen und welche Gebiete für sie besonders wichtig sind. So können Schutzgebiete und Verbindungskorridore besser gestaltet werden.
Ob eine Tierart gefährdet ist und wie stark, wird von der weltweiten Naturschutzorganisation International Union for Conservation of Nature (IUCN) bestimmt. Auf der sogenannten „Roten Liste“ gibt sie an, ob Pflanzen- und Tierarten gefährdet sind. Der Asiatische Wildhund hat den Status „gefährdet“. Das bedeutet, dass für die Art ein hohes Risiko besteht, in freier Wildbahn auszusterben.
Habitat
Der Asiatische Wildhund lebt in verschiedenen Waldtypen und offenen Landschaften, von tropischen Gebieten bis hin zu bergigen Regionen. Tagsüber ruhen die Tiere regelmäßig an geschützten Orten und sind vor allem in der Dämmerung aktiv. Sie leben in Gruppen und jagen gemeinsam Huftiere wie Hirsche und Wildschweine. Dank dieser Zusammenarbeit können sie auch größere Beutetiere erlegen.
Erfolgreiche Jäger
Asiatische Wildhunde sind äußerst effiziente Jäger: Selbst kleine Gruppen können einen Hirsch innerhalb weniger Minuten erschöpfen und töten. Ihre Jagdstrategie basiert auf Ausdauer, Teamarbeit und der kontinuierlichen Verfolgung ihrer Beute, bis diese erschöpft ist. In Gebieten mit weniger Beutetieren teilen sie sich häufig in kleinere Jagdgruppen von 2–5 Tieren auf, um ihre Erfolgschancen zu erhöhen. Dieses flexible Gruppenverhalten macht sie zu sehr effizienten und erfolgreichen Jägern und hilft ihnen, unter wechselnden Bedingungen zu überleben.
Zusammen stark!
Der Asiatische Wildhund lebt meist in Gruppen von 5 bis 12 Tieren. Gemeinsam jagen sie nach Beute und kümmern sich um die Jungtiere. Auch Tiere, die selbst keine Jungen haben, helfen bei deren Aufzucht. Mit einem auffälligen Pfeifton können die Gruppenmitglieder miteinander in Kontakt bleiben, selbst wenn sie sich während der Jagd aus den Augen verlieren.
EEP | Managementprogramm
Das EAZA Ex situ Program (EEP) ist ein europäisches Managementprogramm für (bedrohte) Tierarten. Im Rahmen des EEP tauschen EAZA-Zoos aktiv ihre Tiere untereinander aus. So können wir eine genetisch gesunde Population erhalten. Darüber hinaus arbeiten wir auch in den Bereichen Bildung, Forschung und Naturschutz zusammen.
Die Asiatischen Wildhunde in GaiaZOO sind Teil des EEP-Managementprogramms.
Pfeifen
Im Gegensatz zu den meisten Hundeartigen, die vor allem bellen oder heulen, kommunizieren Asiatische Wildhunde mit hohen Pfeiftönen. Diese Laute tragen weit durch dichte Wälder und helfen den Rudelmitgliedern, sich während der Jagd wiederzufinden. Dieses einzigartige Kommunikationssystem ist eine ihrer auffälligsten Eigenschaften.
Schnell essen?
Asiatische Wildhunde haben im Vergleich zu anderen Hundeartigen ein ungewöhnliches Gebiss: Ihnen fehlt ein Backenzahn (Molar). Wissenschaftler vermuten, dass dies eine Anpassung ist, durch die sie Fleisch schneller zerreißen und fressen können. Das ist besonders wichtig, wenn größere Raubtiere wie Tiger oder Leoparden ihnen die Beute streitig machen könnten.
Daher sind sie dafür bekannt, ihre Beute sehr schnell zu fressen. Ein einzelnes Tier kann bis zu 4 Kilogramm Fleisch pro Stunde fressen!
Wasserliebhaber
Asiatische Wildhunde haben eine starke Vorliebe für Wasser. Sie trinken häufig direkt nach der Jagd und ruhen regelmäßig im oder in der Nähe von Wasser. Dieses Verhalten kann dabei helfen, sich im warmen Klima abzukühlen und möglicherweise auch Parasiten zu entfernen.